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Vortrag

Strangpressen von Magnesiumhybridprofilen mit axial veränderlicher Wandstärke

Mittwoch (18.04.2018)
12:40 - 13:00 Uhr

12:40 - 13:00 Uhr

Die Anforderungen an den zeitgemäßen Leichtbau lassen sich vom werkstofflichen Standpunkt betrachtet nicht mit Monomateriallösungen erfüllen. Hybride Materialkonzepte gepaart mit belastungsangepassten Bauteilgeometrien hingegen bieten die Möglichkeit, Potenziale unterschiedlicher Werkstoffe zielgerichtet miteinander zu kombinieren. Eine Möglichkeit hierzu bietet das Hybridstrangpressen mit veränderlicher Wandstärke entlang der Längsachse des Pressprofils.

Beim Strangpressen von Hohlprofilen über Kammerwerkzeuge findet Festphasenfügen in Form des Pressschweißens statt, wenn die getrennten Materialströme in der Schweißkammer wieder zusammenfließen und sich unter den Einflüssen von Druck, Temperatur und Scherung verbinden. Grundsätzlich lassen sich durch das Pressschweißen auch unterschiedliche Legierungen verschweißen. Wird während des Pressprozess zusätzlich die Wandstärke in axialer Richtung variiert, verändert sich auch der Materialfluss innerhalb des Werkzeugs. Der Materialfluss ist vom Umformwiderstand der Presswerkstoffe abhängig und bestimmt die Volumenverteilung im fertigen Produkt. Er muss als kritische Größe sowohl im Hinblick auf die Interfacequalität und die Interfacelokalisierung als auch bezüglich der Geometrietoleranz der Pressprofils betrachtet werden. Im Rahmen der vorliegenden Untersuchungen wurde ein Werkzeugkonzept zur Herstellung von stranggepressten Magnesiumhybridprofilen aus den Legierungen AZ31 und ME21 mit axial veränderlicher Wandstärke entwickelt und praktisch umgesetzt.

Die Pressprofile wurden im Hinblick auf die Außengeometrie und die Mikrostruktur analysiert. In besonderem Fokus standen dabei die Verteilung der Hybridpartner im Bereich der vertikalen Wanddickenübergänge bei horizontaler Interfacelage. Die Charakterisierung erfolgte mit Hilfe von lichtmikroskopischen Untersuchungen und röntgenografischer Texturanalyse.

Sprecher/Referent:
Dipl.-Ing. René Nitschke
Technische Universität Berlin
Weitere Autoren/Referenten:
  • Dr. Sören Müller
    Technische Universität Berlin